Somatoforme Schmerzstörung (Schmerzen ohne medizinische Ursache?)

Von Somatoformen Störungen (Soma, griechisch = Körper) spricht man, wenn körperliche Beschwerden bestehen, die medizinisch abgeklärt wurden, ohne dass eine ausreichend erklärende organische Ursache gefunden werden konnte.

Falls körperliche Befunde vorhanden sind, so erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Beschwerden. In der Psychologie lassen sich diese real vorhandenen Beschwerden, ohne unzureichende medizinische Ursache, als „Somatoforme Schmerzstörung“ klassifizieren.

Die beobachteten Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und reichen von Beschwerden oder Schmerzen in Kopf, Schulter, Rücken, Brust- und Bauchbereich, Blase über Schwindelgefühle, Atemnot, Erschöpfung, vermehrtes Schwitzen, Kreislauf- oder Magen-, Darmbeschwerden.

Das Krankheitsbild wird oftmals folgendermaßen bezeichnet: „funktionelle Beschwerden“, „psychovegetative Dystonie“, „Chronisches Erschöpfungssyndrom“, „funktionelle Rückenschmerzen“. Auch der allseits bekannte „Reizdarm“ gehört in diese Kategorie.

Menschen mit diesem Krankheitsbild haben in der Regel oftmals gehört, dass ihnen nichts fehle oder nur psychisch bedingt sei. Betroffen fühlen sich manchmal nicht ernstgenommen, verstehen selbst nicht, weshalb ein Arzt „nichts findet“. Die Symptome sind vorhanden und werden von Betroffenen und ihrem Umfeld als sehr belastend erlebt. Häufig sind Betroffene im Berufsleben und ihrem Alltag eingeschränkt, zunehmend verlieren sie an Lebensqualität.

Mit der Zeit können als Folge einer unbehandelten Somatoformen Schmerzstörung zusätzlich noch Ängste oder depressive Verstimmungen auftreten.

 

Menschen mit somatoformen Beschwerden haben oft einen langen Krankheits- und Leidensweg mit vielen medizinischen Abklärungen hinter sich, bevor sie sich in psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung begeben bzw. dorthin überwiesen werden.

Eine anhaltende Somatoforme Schmerzstörung liegt bei ca. 15 Prozent der Bevölkerung vor.

Durch eine adäquate psychologische Begleitung kann eine Somatoforme Schmerzstörung behandelt werden, sodass die Lebensqualität wieder gesteigert wird.

Dabei werden die Ursachen eruiert, Zusammenhänge aufgedeckt und v.a. Strategien erlernt, um mit dem Schmerz besser umgehen zu können. Praktische Übungen untermauern die ganze Therapie und helfen, mit der Ohnmacht der Schmerzen besser umzugehen.

Leiden Sie auch schon seit Längerem an bestimmten Schmerzen (mit nicht erklärbaren organischen Ursachen)?

Gerne können Sie sich an uns wenden, um ein Kennenlerngespräch zu vereinbaren und mehr Informationen zu diesem Thema zu bekommen.

Susanne Platter, Zentrum Mensch